Glaskleber richtig anwenden - Schritt für Schritt

Glas mit UV-Kleber zu verkleben ist nicht schwer - aber damit das Ergebnis dauerhaft hält und optisch sauber aussieht, sollten Sie ein paar Punkte beachten. Diese Anleitung führt Sie durch die fünf Schritte einer Glas-Glas-Verklebung mit Acrybond UV-Kleber.

 

Das brauchen Sie

  • Acrybond UV-Kleber in der passenden Viskosität (siehe Auswahl unten)
  • UV-Lampe (STAIK UV)
  • Isopropanol, Aceton oder Glasreiniger ohne Rückstände
  • Fusselfreie Tücher
  • Optional: Schutzbrille für UV-Licht, Pinzette oder Klammern zum Fixieren

 

Den richtigen Acrybond wählen

Die Wahl der Viskosität hängt davon ab, wie eng die Klebeflächen aneinander liegen und wie das Bauteil orientiert ist:

Produkt

Viskosität

Wann verwenden?

Acrybond 210

20 mPas

Sehr enge Spalte (unter 0,1 mm), Kapillarklebung. Auch für Steinschlag-Reparatur.

Acrybond 2002

100 mPas

Standard für Glas-Glas-Verklebungen mit gut anliegenden Flächen. Dringt blasenfrei in den Spalt ein.

Acrybond 230

600 mPas

Universalist. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Viskosität Sie brauchen, nehmen Sie diesen.

Acrybond 2008

3.000 mPas

Senkrechte Flächen, Überkopf-Klebung, größere Spalte (0,1-0,5 mm). Verläuft nicht.

 

Schritt 1: Klebeflächen vorbereiten

Die Klebefestigkeit hängt entscheidend davon ab, wie sauber die Klebeflächen sind. Staub, Dreck, Fett, Fingerabdrücke oder Reinigungsrückstände sorgen dafür, dass der Klebstoff nicht richtig haftet.

Reinigen Sie beide Klebeflächen mit Isopropanol oder einem rückstandsfreien Reiniger. Wischen Sie gegebenenfalls mit einem fusselfreien Tuch nach. Berühren Sie die gereinigte Fläche nicht mehr mit den Fingern - Hautfette zerstören die Vorbereitung.

Profi-Tipp: Bei besonders glatten Oberflächen wie Float-Glas kann leichtes Anschleifen (mit feinem Schleifpapier P800) die Klebefestigkeit nochmals erhöhen - allerdings auf Kosten der Optik. Bei sichtbaren Klebungen darauf verzichten.


Schritt 2: Klebstoff auftragen

Tragen Sie den Klebstoff sparsam auf eine der beiden Klebeflächen auf. Ein häufiger Anfängerfehler ist zu viel Klebstoff - der quillt dann aus der Klebefuge heraus, sieht unsauber aus und braucht länger zum Aushärten.

 

Schritt 3: Bauteile positionieren

Jetzt haben Sie alle Zeit der Welt. Solange kein UV-Licht auf den Klebstoff fällt, bleibt er flüssig und Sie können die Bauteile beliebig oft neu ausrichten.

Nutzen Sie diese Zeit für eine exakte Positionierung. Bei kleinen Bauteilen helfen Pinzetten, bei größeren können Sie mit Klammern oder Klebeband fixieren. Achten Sie darauf, dass keine Luftblasen in der Klebefuge sind - wenn doch, können Sie sie durch leichten Druck oder Verschieben herausarbeiten.


Schritt 4: Aushärten mit UV-Licht

Schalten Sie die UV-Lampe ein und halten Sie sie etwa 2 bis 5 cm von der Klebefuge entfernt. Bestrahlen Sie die Klebefuge für 10 bis 20 Sekunden, bewegen Sie die Lampe dabei langsam entlang der Naht.

Wichtig: Das UV-Licht muss den Klebstoff erreichen können. Bei einer Glas-Glas-Verbindung dringt das Licht problemlos durch das Glas in die Klebefuge ein. Bei undurchsichtigen Materialien (Metall, dunkler Kunststoff) müssen Sie die Lampe so positionieren, dass sie den Klebstoff direkt erreicht.

Sicherheitshinweis: UV-Licht kann Augen und Haut schädigen. Schauen Sie nicht direkt in die Lampe und vermeiden Sie längere Hautexposition. Eine UV-Schutzbrille ist empfehlenswert, besonders bei häufiger Anwendung.


Schritt 5: Kontrolle

Nach der Bestrahlung ist die Klebung sofort handfest. Vollständig durchgehärtet ist sie nach wenigen Minuten. Prüfen Sie die Klebefuge auf Lufteinschlüsse oder Stellen, die nicht ausreichend mit Klebstoff bedeckt sind.

Überschüssiger Klebstoff, der herausgequollen ist, lässt sich vor der Aushärtung mit einem Tuch abwischen. Nach der Aushärtung müssen Sie ihn mechanisch entfernen - etwa mit einer Rasierklinge.

 

Häufige Probleme und Lösungen

Luftblasen in der Klebefuge

Ursache: zu viel Klebstoff zu schnell aufgetragen oder ungünstige Zusammenfügung. Lösung: Bauteile auseinander schieben und neu zusammenfügen, dabei langsam und gleichmäßig drücken. Bei dünnflüssigem Klebstoff können Sie die Blasen oft an den Rand drücken.

Klebung hält nicht

Häufige Ursachen: Klebefläche war fettig oder schmutzig, oder das UV-Licht hat den Klebstoff nicht vollständig erreicht (zu kurze Bestrahlung, zu großer Abstand, zu dicke Schicht). Lösung: Klebung lösen, neu reinigen und ausreichend bestrahlen.

Klebefuge ist milchig

Ursache: Luftfeuchtigkeit war hoch, oder die Klebefläche war nicht ganz trocken. Bei stark hygroskopischen Bedingungen kann es zu leichter Trübung kommen. Lösung: Bei trockener Luft arbeiten, Klebeflächen vor Reinigung trocknen lassen.

 

Was Sie mit Acrybond noch kleben können

Diese Anleitung beschreibt eine Glas-Glas-Verklebung. Acrybond eignet sich aber auch hervorragend für:

  • Glas auf Metall - siehe Detailartikel Glas auf Metall kleben (folgt in Kürze)
  • Glas auf Kunststoff - mit Acrybond 230 als universelle Wahl
  • Schmuckherstellung - Cabochons, Glassteine, Halterungen
  • Reparaturen - Steinschlag in Windschutzscheiben mit Acrybond 210

Mehr zur Auswahl des richtigen Klebstoffs für Ihre Anwendung finden Sie in unserer Acrybond-Kollektion oder im Vergleichsartikel Acrylat vs. Epoxidharz.